Schülerzeitung der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule, Krefeld

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Der Deutsch-Förderkurs von Frau Weitz (5. Jahrgang)

KTG, 03.02.2009. Wenn uns Menschen langweilig wird, hören wir am liebsten eine gute Geschichte. Das dürfte zu den (wenigen) Dingen gehören, die uns von den anderen Tieren auf diesem Planeten unterscheiden. Das Feuermachen z.B. lernten unsere Vorfahren nur, damit sie sich darum herum setzen und Geschichten erzählen konnten. Heute ist das Lagerfeuer der Fernseher und die Geschichten heißen "Verbotene Liebe" oder "Gilmore Girls". Der Deutsch-Förderkurs von Frau Weitz (5. Jahrgang) hat jetzt bewiesen, dass spannende Geschichten nicht aus der Glotze kommen müssen. Sie schrieben eigene Stories:


Als ich klein war

Als ich klein war und gerade meinen vierten Geburtstag feiern wollte, überlegte ich mit meinen Eltern, wen ich zur Geburtstagsfeier einladen könnte.

Meine Mutter sagte: „Lade doch deine Kindergartenfreunde ein.“ Ich wollte aber lieber mit meinen Kusinen feiern. Meiner liebsten Kusine hatte ich schon Bescheid gesagt.  Ich wollte, dass sie unbedingt kommt. Sie hatte mir schon gesagt, dass sie einverstanden ist.

Da klingelte das Telefon. Es war Betül, meine Kusine: „Hallo, Funda, ich kann leider nur ganz kurz zu deiner Geburtstagsfeier kommen, weil ich danach noch woanders hin muss.“

Ich wurde traurig. Dann nahm ich den Vorschlag meiner Mutter an und lud die Kinder aus dem Kindergarten ein, mit denen ich meistens spielte. Sie kamen alle und brachten mir schöne Geschenke mit. Als Betül gehen musste, spielten wir noch lange Fangen und Verstecken, bis es dunkel wurde und alle meine Freunde von ihren Eltern abgeholt wurden.

Das war mein bester Geburtstag. Ich war froh, dass ich auf meine Mutter gehört hatte.

Das schönste Geschenk bekam ich von meinem Vater: einen großen Kuschelbär!

Funda Tok, Klasse 5b


Auf der Kirmes

Einmal im Jahr ist Kirmes in Krefeld auf dem Sprödentalplatz. Dorthin gehe ich immer gern mit meinem Vater. Aber es ist schwierig, einen Parkplatz zu bekommen, weil immer viele Leute zur Kirmes wollen.

Vor vielen Jahren fuhr ich mit meinem Vater zur Kirmes. Es dauerte wieder lange, bis wir endlich einen Parkplatz fanden. Danach gingen wir zu meinem Lieblingsspiel, dem Autoscooter. Schon als ich die anderen Leute auf der Fahrbahn herumsausen sah, wollte ich sofort mitmachen. Aber leider fand ich kein freies Fahrzeug.

Darum gingen wir zur Achterbahn. Aber das sah mir zu gefährlich aus. Ich traute mich nicht, obwohl mein Vater versuchte, mich zu überreden. Nach einer halben Stunde gingen wir wieder zu meinem Lieblingsspiel und ich schaute, ob da ein Platz ist.

Zum Glück war gerade eine Fahrt zu Ende und viele Leute stiegen aus den Fahrzeugen. Ich lief zum nächsten freien Autoscooter und setze mich ans Lenkrad. Ich durfte drei Runden zumsammen mit meinem Vater fahren und wir hatten viel Spaß dabei.

Danach wollte ich unbedingt noch etwas gewinnen. Ich sah mir sehnsüchtig die vielen Preise an.  Aber dafür brauchte ich sehr viele Punkte, um die tollen Sachen, die mir gefielen, zu gewinnen. Doch mein Vater war heute sehr großzügig und ich durfte zehn Lose kaufen. Tatsächlich: Heute hatte ich Glück: Ich gewann ein Spielzeugauto.

Plötzlich gingen alle Lichter auf dem Kirmesplatz aus. Überall, wo ich hinguckte, war es dunkel. Die Leute redeten aufgeregt durcheinander.

Mein Vater und ich gingen ein bisschen weiter. Da sahen wir auf einmal einen hell erleuchteten ganz neuen Stand. Über hundert Glühbirnen leuchteten. Dieser Stand brauchte so viel Strom,  dass für die anderen Stände kein Strom mehr da war.

Der Stand musste geschlossen werden, weil er zu viel Strom verbrauchte.

Merdan Kilic, Klasse 5b


Der Brand

An  einem  Morgen  ging  ein  kleiner  Junge  in  ein  verlassenes, altes  Haus. Die Tür war nicht abgeschlossen. Er konnte einfach hineingehen. Die Möbel standen noch herum, aber alles war mit Spinnenweben überzogen.

In einer Ecke fand er  eine  volle  Streichholzschachtel. Er  hob  sie  auf  und  machte  ein  kleines  Feuer.

Plötzlich  hörte er Schritte. Da kam jemand. Der Junge zuckte zusammen. Was sollte er tun, wenn er hier entdeckt würde? Vor Schreck  ließ er die  Streichhölzer  fallen. Da erblickte er eine schwarze Katze,  die  um  die  Ecke  geschossen  kam. Der  Junge  rannte  weg , weil er  sich  ja  vor  der  schwarzen  Katze  erschrocken  hatte. Er dachte nicht mehr an das kleine Feuer und nicht mehr an die Streichhölzer.

Allmählich  entstand  ein  großes  Feuer. Es  hatte  mit  einer  kleinen  Pappschachtel  angefangen. Dann  waren die Flammen  auf  einen alten  Zeitungsstapel  übergesprungen. Danach  brannte der  Schreibtisch, das  Bücherregal  und  anschließend  brannte  das  ganze  Haus.    Eine  Bewohnerin  der  Straße,  entdeckte  das  Feuer  durch  ihr  Küchenfenster. Sie rief sofort  die  Feuerwehr. Nach  fünf Minuten kamen  die  Löschfahrzeuge.  Fast  alle  Bewohner  von  der  Straße  standen  auf einmal  da.

Am  nächsten  Tag  ging  der kleine Junge  mit  seiner  Mutter  zur  Polizei. Sie  erzählten,  was  passiert  war.   Seine  Mutter  musste  50 €  bezahlen. Von jetzt an  hatte  der  kleine  Junge  vor Feuer  großen  Respekt. Anschließend  lebte  er  mit  seiner  Mutter  sehr   glücklich.

Jasmin Esters, Klasse 5b


Der riesige Bison

Es war ein schöner Tag. In einem Indianerdorf in der Prärie stand die große Bisonjagd bevor und die Jäger machten sich bereit. Ein paar Meilen weiter graste wirklich eine riesige Bisonherde.

Nach ein paar Tagen machten sich die Jäger auf den Weg. Sie ritten einen ganzen Tag  lang  und erlegten fünf Bisons. Der Stammesführer sagte: ,,Jetzt haben wir viele Monde genug Nahrung.“ So war es auch. Trotzdem war das Leben im Indianerdorf  voller Gefahren.

Während im Wald die Kinder spielten, brach plötzlich ein Bär durchs Geäst. Die Kinder rannten um ihr Leben. So plötzlich, wie der Bär gekommen war, sprang ein Jäger des Stammes vom Baum und tötete den Bär mit einem Pfeil. Die Mütter  waren froh, dass ihre Kinder noch am Leben waren.

Im nächsten Monat brachen die Jäger wieder zur Bisonjagd auf  und dieses Mal brachten sie zehn Bisons mit. Der Stammesführer sagte: „Dieses Mal haben wir die erfolgreichste Jagd des Stammes gemacht.“ Und das stimmte auch. Es war die erfolgreichste Jagd des Stammes. Im Winter wurde es bitterkalt, aber mit den Bisonfellen wurde allen warm und von dem Bison-fleisch wurden alle satt.
Doch etwas anderes beunruhigte sie. Immer öfter hörten sie Wolfsgejaule. Das bedeutete, dass die Wölfe immer näher kamen. Die Jäger hatten jetzt ständig die Bögen in der Hand und im Köcher Pfeile.  Bis jetzt hatte kein Wolf angegriffen und das hieß, dass die Wölfe Angst hatten.

Als der Sommer kam, machten sich die Jäger erneut zur großen Bisonjagd bereit.
Dieses Mal mussten sie zwei Tage reiten, bis sie auf eine Bisonherde trafen. Als sie ankamen, sahen sie ihn: einen riesigen Bison. Er war doppelt so lang wie ein normaler und auch doppelt so hoch. Seine Hörner waren so lang wie Pfeile und zehn Mal so breit. Sie versuchten ihn zu erlegen. Es gelang ihnen nicht. Die Pfeile schienen an ihm abzuprallen. Normale Bisons beka-men sie auch nicht, weil der riesige Bison diese beschützte. Also mussten sie mit leeren Hän-den zum Stamm zurückkehren. Sie erzählten allen von dem riesigen Bison und von ihren ver-geblichen Versuchen, ihn zu erlegen.

Sie berieten sich und überlegten, wie sie den Bison überwältigen könnten. Im nächsten Monat versuchten sie es noch einmal und diesmal klappte es tatsächlich. Ein Jäger traf den Bison am Bein. Der Bison wurde schwach, brach zusammen und sie konnten ihn erlegen. Diesmal kamen sie mit dem riesigen Bison zurück und drei normalen. Alle staunten, als sie mit dem riesigen Bison ankamen, und waren voller Bewunderung.

Das Skelett des Bisons wurde feierlich beerdigt, denn der Bison hatte ihnen soviel Fleisch und Felle gegeben. Viele Jahre vergingen, aber sie trafen nie mehr so einen riesigen Bison.

Noah Düsterheft, Klasse 5b


Der Krieg

Eines Tages bereiteten sich die Ritter auf einer Burg auf einen Krieg vor.

Es wurden Schwertkämpfer, Bogenschützen, Streitkolbenkämpfer und Armbrustschützen ausgebildet. Sie errichteten Ballisten  auf den Türmen und füllten die Kanonen. Bald griffen die Feinde an.

Sie kämpften und kämpften und um ein Haar wären die Feinde zum König vorgedrungen und hätten ihn getötet. Doch die Ritter kämpften tapfer unter Einsatz ihres Lebens und retteten ihren König. Am Ende gewannen sie sogar Doch ihre Häuser und Bauernhöfe außerhalb der Burg wurden niedergerissen. Es dauerte viele Jahre, bis sie alles wieder aufgebaut hatten.

Aber sie waren immer noch das größte Königreich.

Noah Düsterheft, Klasse 5b


Papierkugel-Chaos

Als die große Pause zu Ende war, gingen Kinder der 5b in den Deutsch-Förderraum.

Einige warfen mit Papierkugeln auf Patrick und riefen: "Patrick ist zu spät gekommen."

Dann kam  Frau Weitz in die Klasse rein und murmelte: "Was soll dieser Lärm?" Sascha sagte: "Patrick ist zu spät gekommen, aber Sie sind auch
zu spät gekommen." Frau Weitz antwortete: "Tut mir leid, aber ein anderer Schüler hat sich sich das Bein gebrochen."

Auf einmal fiel Frau Weitz auf, dass der Boden voller Papierkugeln war. Merdan sang unschuldig: "Alle meine Entchen schwimmen auf dem See."
Cedric rief: "Ich weiß, wer  mit Papierkugeln geworfen hat."

Frau Weitz antwortete darauf : "Du wirst doch wohl nicht petzen!" Patrick seufzte: "Können wir jetzt in den Computerraum und unsere Geschichten fertig schreiben?" "Ja", anttwortete Frau Weitz, "aber erst, wenn dieser Raum wieder aufgeräumt ist."

Alle halfen mit und blitzschnell war der Raum wieder sauber.

Sascha Schultze, Klasse 5b


Die Sonnenfinsternis

An einem Vormittag war ich bei meiner Freundin din. Wir spielten. Auf einmal konnte ich gar nichts mehr sehen. „Wieso wird es denn so dunkel?“, rief meine Freundin erschreckt. Wir öffneten das Fenster und guckten hinaus. Es war stockdunkel. Die Leute auf der Straße blickten erstaunt zum Himmel. Eine Frau sagte laut zu ihrem Kind : „Du brauchst keine Angst zu haben. Es ist nur eine Sonnenfinsternis.“  Meine Freundin und ich fragten gleichzeitig: „Was ist denn eine Sonnenfinsternis?“ Wir gingen zur Mutter meiner Freundin und fragten sie. Sie erklärte uns: „Sonnenfinsternis bedeutet, dass der Mond sich vor die Sonne schiebt, so dass sie nicht mehr auf die Erde scheinen kann. Das passiert nur sehr selten, da der Mond nicht immer im richtigen Winkel zur Erde steht.“ Wir liefen wieder zum Fenster und beobachteten, wie es langsam wieder hell wurde, und waren froh so etwas Seltenes miterlebt zu haben.

Angelique Chantal Janssen, Klasse 5b


Verloren im Wald

Einmal machte ich eine Nachtwanderung mit meiner Klasse in den Wald. Es war sehr gruselig, denn es war schon fast zwölf Uhr Mitternacht.

Alles war dunkel. Man konnte kaum seine Hand vor Augen sehen. Meine Freundin Selin versuchte, mich zu erschrecken, indem sie ständig aufgeregt rief: „Guck mal da: ein Geist!“ oder „Hast du den Schatten gesehen? Das war bestimmt ein Räuber.“ Doch ich lachte nur und versuchte, ruhig zu bleiben. Immer tiefer gingen wir in den dunklen Wald hinein. Wir liefen gar nicht mehr auf dem Weg, sondern quer durch den Wald. Die Äste knackten unter meinen Füßen und ich blieb mit meiner Jacke am Gestrüpp hängen. Auf einmal sah ich nach hinten: Meine Lehrerin war weg. Auch von meiner Klasse sah ich keinen mehr. Ich bekam Angst und rief nach Selin, aber niemand antwortete. Ich dachte, alle hätten sich versteckt und wollten mich erschrecken. Ich irrte ziellos im Wald herum. Hinter jedem Strauch schaute ich nach und schlich mich hinter jeden Baum. Es war niemand zu finden. Plötzlich hörte ich etwas fauchen, miauen, bellen, quieken und säuseln. Allmählich wurde es  wärmer und ich hörte ein Singen.

Ich folgte den Geräuschen. Als ich meine Freundin Selin sah,  dachte ich: "Ja endlich, das ist meine Klasse!" Ich freute mich riesig und war überglücklich. Da brannte ein großes Lagerfeuer. Zum Glück erblickte ich auch meine Lehrerin und den Rest meiner Klasse. Meine Lehrerin sagte :"Kommt Kinder, jetzt backen wir Stockbrot und danach gehen wir wieder zur Schule zurück." Keiner hatte bemerkt, dass ich weg war, und keinem erzählte ich, welche Angst ich ausgestanden hatte. Beim nächsten Ausflug würde ich besser aufpassen und nicht wieder verloren
gehen.

Yasemin Mutlu, Klasse 5b


Gespräch unter Freundinnen

Sissi ist eine gute Freundin von Missy. Die beiden gehen  in die gleiche Klasse.

Sissi: „Hi na wie geht’s?“
Missy: „Hi, mir geht’s gut, weil ich am Samstag meine kleine Schwester bekommen habe.“
Sissi: „Und wie heißt sie?“
Missy: „Bibi, und sie hat so dunkelblaue  Augen wie mein Papa, Robby und ich.“ Sissi: „Mann, immer kriegst du die kleinen Geschwister! Du wünschst dir ja noch nicht mal eine Schwester oder einen Bruder, aber kriegst doch Geschwister und ich wünsche mir Geschwister und krieg keine. Das ist gemein.“
Missy: „Na, sei doch froh: Kein Geschrei und keine verrückte Mutter, die sich immer nur um deine Geschwister kümmert. Das nervt auch nach einer Weile.“
Sissi: „Aha, aber ich werde eeh bald  Babysitterin.“
Missy: „Echt? Wo denn?“
Sissi: „Wirst du schon sehen.“
Missy: „ O.k. , Sissi, ich muss gehen. Bis Montag in der Schule.“
Sissi: „O.k., tschüs.“

Na, was meint ihr, bei wem wird Sissi wohl bald Babysitterin?

Sandra Klinkusch, Klasse 5b




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